2018

23. January 2018

Einladung zum Gebet mit der weltweiten Kirche

Vesper in der Kapelle – Montags 18 Uhr

In unserer Gemeinde wird regelmäßig das Stundengebet gebetet. Das wissen nur wenige, obwohl es schon lange so ist. Oder sie wissen es eigentlich, denken aber nicht daran – und schon gar nicht daran, dass es nicht nur eine Sache der Schwestern ist.

Alle sind eingeladen, daran teilzunehmen!

Gemeinsam mit den Schwestern ist es möglich, die Vesper jeden Montag um 18 Uhr in der Kapelle des Pfarrer-Wachsmann-Hauses mitzubeten und anschließend noch ein wenig beim Allerheiligsten in Stille zu verweilen.

Das ist nicht schwer. Das Gebet der Vesper dauert etwa 15 Minuten. Jede und jeder aus der Gemeinde hat irgendwann einmal in der Stadt zu tun und kann sich das so einrichten, dass noch Zeit dafür bleibt.

Es ist schön, gemeinsam mit anderen zu beten und zu wissen, dass überall auf der Welt gerade jetzt diese Texte aus den Psalmen und Evangelien gebetet und bedacht werden. Es stärkt den Glauben, die Hoffnung und das Gefühl, nicht alleine zu sein im Glauben an unseren Gott, der Gemeinschaft in der Kirche gestiftet hat.

Aber vielleicht fragen Sie jetzt: Was ist das eigentlich, Stundengebet und Vesper? Das gehört doch ins Kloster, das ist doch nur was für Nonnen und Mönche. Das bin ich ja nicht.

Das ist aber nicht so!

Christus hat geboten: "Ihr sollt allezeit beten und darin nicht nachlassen" (Lk 18,1).

Nach alter christlicher Überlieferung heiligt also das Gebet den gesamten Ablauf von Tag und Nacht.

Christus ist immer gegenwärtig, wenn sich die Gemeinde versammelt, wenn Gottes Wort verkündet wird und wenn die Kirche betet und singt.

Das Stundengebet will den Tag durch Gebet strukturieren und "atmungsaktiv" machen: Innehalten, vor Gott verweilen, meditieren, den Tag in seine Hände legen und aus der Begegnung mit ihm neuen Lebensatem schöpfen.

Elementarer Bestandteil des Tagzeitengebetes ist nach jüdischer Tradition der Psalmengesang. Er wird ergänzt um ausdeutende Gebete und Riten der christlichen Tradition. Den Rhythmus entlehnt das Tagzeitengebet dabei aus dem natürlichen Tag (Morgen - Mittag - Abend - Nacht) und der jüdischen bzw. klösterlichen Lebens- und Gebetsordnung.

Gemäß dem Psalmwort "Siebenmal am Tag singe ich Dein Lob" (Ps 119,164) besteht jeder Tag grundsätzlich aus 7 Tagzeiten, den sogenannten "Horen" (von „hora“, lat. „Stunde“).

Das tägliche Gebet wird immer mit einer Gebetsaufruf, dem Invitatorium, eröffnet. Es beginnt mit dem Kreuzzeichen zu den Worten "Herr, öffne meine Lippen. - Damit mein Mund Dein Lob verkünde." (Ps 51,17) Danach folgt ein Psalm.

Die erste Gebetszeit war ursprünglich die Matutin, in der Nacht oder früh am Morgen, (das Wort steckt noch in dem Wort „Christmette“, die ursprünglich keine Eucharistie, sondern ein Stundengebet war) Nach der Liturgiereform kann die Matutin, auch Lesehore genannt, jetzt zu jeder Tageszeit gebetet werden.

Oft wird die Matutin auch mit der Laudes verbunden. Das "Morgenlob", was "Laudes matutinae" fast wörtlich übersetzt heißt, beginnt den Tag mit dem Lob Gottes. Es besteht aus einem Hymnus, der Psalmodie, Lesung mit Antwortgesang, dem "Benedictus" aus dem Evangelium und abschließenden Gebeten.

Es folgen die sogenannten kleinen Horen: Terz - Sext – Non. Der Tag wird durch kurze Gebetszeiten unterbrochen: Eine Gebetszeit zur dritten (Terz) um 9 Uhr, sechsten (Sext) um 12 Uhr und neunten Stunde (Non) um 15 Uhr, zur Todesstunde Christi. Auch diese Gebetszeiten bestehen aus Hymnus und Psalmodie und abschließendem Gebet.

Abends betet man die Vesper. Das Abendlob beschließt das Tagewerk mit dem Lob Gottes. Es ist wie die Laudes aufgebaut und besteht aus einem Hymnus, der Psalmodie, Lesung mit Antwortgesang, dem "Magnificat", dem Evangelium und abschließenden Gebeten.

Und am späten Abend gibt es nochdie Komplet. Das Nachtlob ist das Lob Gottes unmittelbar vor der Nachtruhe. Es hat viele gleichbleibende Teile, so dass die Komplet auch auswendig gebetet werden kann. Sie besteht aus der Rückschau auf den vergangenen Tag, Schuldbekenntnis, Hymnus, Psalmodie, Lesung mit Antwortgesang, dem "Nunc dimittis" und dem abschließenden Gebet.

 

Nun wissen Sie schon ein bisschen, wie es geht.

Kommen Sie doch nächsten Montag 18 Uhr mal vorbei!