2018

06. March 2018

Glaube zwischen Nüchternheit und Enthusiasmus

In diesem Jahr fällt der Palmsonntag auf den 25. März, auf das Fest der Verkündigung des Herrn. Auch wenn dieses Fest aufgrund der beginnenden Karwoche auf den 9. April verschoben wird, möchte ich das zeitliche Aufeinanderfallen zum Anlass nehmen, um über die unterschiedliche Art und Weise nachzudenken, wie Jesus empfangen wird.

Maria ist zunächst erschrocken, sagt dann Ja und trägt dieses Ja ihr Leben lang: Durch alle Krisen und Enttäuschungen bis unter das Kreuz, das tote Kind auf dem Schoß, und darüber hinaus.

Die Menschen in Jerusalem sind voller Begeisterung. Sie bereiten Jesus einen triumphalen Empfang, doch ihr Enthusiasmus besitzt keine Standfestigkeit. Bei der ersten Krise, der ersten Enttäuschung, keine Woche später, wollen sie davon nichts mehr wissen und der Jubel kehrt sich ins Gegenteil.

In dieser Diskrepanz zwischen Maria und den Jubelnden in Jerusalem sehe ich für mich einen wertvollen Hinweis: Für den Glauben sind Nüchternheit und Ernsthaftigkeit wichtiger als Enthusiasmus und Begeisterung. Ich glaube, viele sehen das anders – und werfen den Christen manchmal zu viel Nüchternheit vor. Doch was ein Leben lang halten und prägen soll, will gut überlegt sein. Das gilt auch für unser Ja zu Gott.

Michael Tillmann

 

Bibelwort ausgelegt: Markus 11, 1-10