2016

24. December 2016

Vom Wünschen und Hoffen

Mit der Vorbereitung und Feier des Weihnachtsfestes verbinden sich viele Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche.

Eine der beliebtesten Beschäftigungen der Kinder ist, in der Adventzeit einen Wunschzettel zu schreiben. Was gibt es da doch alles für Wünsche, deren Erfüllung die Kinder in den Weihnachtstagen begeistert.

Wann haben Sie das letzte Mal einen Wunschzettel geschrieben? Unsere Wünsche wären da vielleicht nicht so sehr materieller Art. Mal ein wenig Ruhe, weniger Stress und dafür Besinnung auf das Wesentliche, eine gesicherte Zukunft, Zusammenhalt in der Familie, Gesundheit. Mit Blick auf die Welt steht sicher der Wunsch nach Frieden, nach Gerechtigkeit ganz oben auf der Wunschliste.

Der Glaube an die Erfüllung unserer Wünsche ist aber gegenüber der Hoffnung der Kinder weniger ausgeprägt. Während wir immer neu resigniert hinnehmen, dass viele Aspekte unserer Wünsche unerfüllt bleiben, bemerken wir meist gar nicht die Botschaft, welche die Erfüllung unserer tiefen Sehnsucht verheißt.

Oder glauben wir der Botschaft nicht? Da kommt ein Kind auf die Welt und mit Ihm ein neuer Anfang, neues Leben. Lassen wir uns davon berühren? Glauben wir dass dieser neue Anfang und die Verheißung, die mit dem Kind von Bethlehem verbunden ist, wirklich etwas bewegt?

Zu oft haben wir die Idylle der Krippendarstellungen angeschaut ohne dass sich etwas für uns merklich veränderte, alles blieb beim Alten. Wir schauen, heimlich enttäuscht, auf den scheinbar bedeutungslosen, unscheinbaren ja ärmlichen Anfang, dessen Verheißung durch den Engel „Euch ist heute der Heiland geboren“, wie ein nicht eingelöster Wunschzettel, noch immer aussteht?

Beim Propheten Jesaja können wir lesen "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und ihm den Namen Immanuel - Gott mit uns - geben:" (Jes 7,14) Können wir in dem Kind in der Krippe den Emanuel, den „Gott mit uns“ entdecken in Einfachheit, unscheinbar und oft scheinbar ohnmächtig?

Wenn wir der Botschaft der Engel: "Heute ist euch der Retter geboren..." wirklich Glauben schenken, dann können wir in der Gewissheit leben "Gott ist mit uns". Dies kann uns Kraft und Zuversicht für den Alltag und unsere Aufgaben sein. So bleibt das Kind nicht ein idyllisches Bild sondern Erfüllung der Verheißung, mit der wir auch wieder getrost und gestärkt ein neues Jahr beginnen können.

In diesem Sinne rufen wir einander zu: Christ der Retter ist da - Gott ist mit uns.

 Sr. Theresia Kaschowitz