2015

01. December 2015

Advent

Stern der Hoffnung

Die Zeit, sie vergeht; wieder ist Advent! Es scheint zuerst jedes Jahr das gleiche zu sein, Advent wie Advent und Weihnachten so, wie Weihnachten eben ist.

Doch ist die Zeit, in die Advent und Weihnachten sich ereignen, jedes Jahr anders. In diesem Jahr ist es richtig augenfällig. In den letzten Wochen hat sich so viel Schreckliches ereignet: unzählige Menschen sind auf der Flucht vor Gewalt und Aussichtslosigkeit; der Terror verbreitet Schrecken und Tod. In dies hinein begehen wir Advent, erwarten den Herrn als Menschgewordenen. Da kommt uns der Erlöser entgegen, nicht der Tyrann oder der Terrorist. Hat er wohl noch Platz, inmitten all der Wirren?

Es ist sinnvoll, dass wir uns vor Augen stellen, wie er gekommen ist. Da war ein Neugeborenes in einem nur bedingt bedeutenden Ort, wahrgenommen von einigen Menschen, die als Hirten arbeiteten. An den behüteten Orten war vorerst kein Platz für ihn, wegen Überfüllung geschlossen. Immerhin kamen da noch einige Weise – als drei Könige bis heute verehrt. Doch diese waren Fremde, von weither gekommen.

Während der ersten Lebensjahrzehnte nimmt vom Erlöser kaum jemand Notiz. Er lebt inmitten seiner dörflichen Großfamilie.

Für so einen ist auch heute noch genug Raum! Da sind immer genug Menschen, die getragen sind von der Hoffnung, dass es noch Hoffnung gibt für unsere Zeit. Da gibt es die vielen selbstlosen Initiativen, die Hoffnung verbreiten.

Der kleine heilvolle Impuls, der allmählich anwächst und Menschen ergreift – vielleicht ist dies eine der Auswirkungen des menschgewordenen Messias.

In diesem Sinn wünsche ich uns besinnliche Wochen: Gott wird in uns für diese Zeit Mensch und wir besinnen uns darauf!

Frank Hoffmann, Pfarrer und Propst.