2013

01. May 2013

Endlich Frühling

Wie haben wir ihn alle ersehnt, die warmen Sonnenstrahlen, milde Temperaturen, kleine leuchtende Blumen und das Jauchzen in der Luft – Frühling.

Mit all unserem Können gelingt es nicht, ihn zu schaffen. Wir müssen warten bis er endlich anbricht – manchmal lange!

Der Begriff Frühling steht nicht nur für das Aufbrechen der Natur nach der Winterstarre.

Allgemein bezeichnen wir die jugendliche Lebenszeit als Frühling.

In gesellschaftlichen, politischen, auch kirchlichen Bereichen sprechen wir ebenfalls vom Frühling, immer dann wenn Überkommenes sich wandelt. Wir erinnern uns an den „Prager Frühling“ und in unserer Zeit an den „Arabischen Frühling“. Gerade hier bemerken wir, wie gefährdet so ein Aufbruch sein kann, wie verschiedene Kräfte wirken und den Neubeginn beeinflussen, manchmal den Aufbruch gefrieren lassen oder verdorren durch zu große euphorische Hitze.

Schnell vergeht das Frühjahr mit seiner Blütenpracht, der Frische des neuen Lebens.

Bevor wir uns an den Früchten erfreuen können braucht es Zeit des Werdens, des Reifens in Geduld durch Pflege und Schutz. Wie in anderen Lebenswelten ist es auch im Glauben.

Im Alltag passiert es, dass wir unsere Ideale aus den Augen verlieren, doch gerade der Alltag ist die Zeit der Bewährung, in der sichtbar wird wo Mangel ist, oder wo es besonderer Aufmerksamkeit  bedarf. Mit dem Schwinden der Begeisterung geht oft auch die Motivation verloren.

Einige Monate sind vergangen, seit wir in das Jahr des Glaubens aufgebrochen sind. Sind schon Ansätze von Frucht zu erkennen? Braucht unser Glaubensmühen neuen Dünger oder ist eine Nachsaat notwendig?

Wachstum geschieht langsam und in der Stille durch tägliches, unspektakuläres, manchmal  zähes und geduldiges Mühen. Was kann uns helfen?

Wir feiern sechs Wochen Ostern, um Jesus den Auferstandenen immer wieder, besonders im Gottesdienst, zu begegnen. Damit wir tiefer lernen, dem Lebendigen, dem Leben zu trauen. Im täglichen Leben begegnet uns der Lebendige  in Gedanken, Regungen und Mitmenschen, die uns bei der Bewältigung der Aufgaben des Tages oder unseres Lebens  zu Wachstum verhelfen. Haben wir Mut diesen Regungen zu trauen und nicht festzuhalten an alten Mustern und Vorstellungen.  Der lebendige Jesus muss wieder und wieder neu erkannt werden, dies erfuhren  schon die Emmaus-Jünger.

Nicht umsonst wurde der Frühlings-Monat Mai besonders der Verehrung der Gottesmutter gewidmet. Maria ist ein Vorbild für die Haltung des Wachsen- und Reifenlassens, des Vertrauens in die Möglichkeiten des lebendigen Gottes in ihrem Sohn Jesus Christus. Wir können viel in ihrem Vorbild entdecken für unser Leben.

In wenigen Wochen feiern wir Pfingsten. Lassen wir uns schon jetzt vom Geist Gottes  stärken und neu beflügeln.

ST