2013

01. June 2013

Gedanken zum Fest der Heiligen Dreifaltigkeit

Am Sonntag, der dem Pfingstfest folgt, gedenken wir dieses Geheimnisses mit einem Fest, dem Dreifaltigkeitsfest.

Während uns im Alten Testament Gott als der Eine, Lebendige begegnet, wächst im Neuen Testament durch Menschwerdung, Tod und Auferstehung Jesu und die Geistsendung die Erfahrung der Fülle Gottes als Beziehung, Gott in drei Personen. Die erste trinitarische Aussage findet sich schon in der Zeit der Entstehung der Evangelien im Taufbefehl des Matthäusevangelium Mt 28, 19 "Darum geht zu allen Völkern, macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes...". Später, in den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte, mündet das Ringen um Verstehen  in die Formulierung des Glaubensbekenntnisses, das allen christlichen Kirchen gemeinsam ist.

Die Dreifaltigkeitsikone von Andrei RubljowEine Zeit lang wurden die Texte des Festes der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zur Grundlage jedes Sonntagsgottesdienstes. Damit geriet der österliche Charakter des Sonntags in den Hintergrund. Noch heute ist es in den evangelischen Kirchen üblich, die Sonntage im Jahreskreis als Sonntage nach Dreifaltigkeit "post trinitatis“ zu bezeichnen.

In allen Jahrhunderten haben Menschen durch Denken und Beten versucht, sich dem Geheimnis "Ein Gott in drei Personen" zu nähern. Symbole können bei der Deutung helfen.

Bekannte Symbole sind unter anderem das gleichseitige Dreieck, die wohl bekannteste Ikone von A. Rublew oder das Hasenfenster von Paderborn. Wichtigste Aussage dieser Symbole ist die Beziehung in die auch wir hinein genommen werden. Besonders in der Ikone kommt dies zum Ausdruck.

ToechterDerGoettlichenLiebeDas Emblem der Schwesterngemeinschaft "Töchter der göttlichen Liebe" möchte ebenfalls diese Grundtatsache unserer christlichen Existenz als Symbol wiedergeben. Ein Kreuz und ein Kreis sind die Grundbestandteile.

Die Mitte stellt ein Kreuz dar, das sich nach oben und unten hin öffnend verzweigt. Es erstreckt sich über den Kreis hinaus. Die Liebe Gottes wird durch die „Lichtstrahlen“ von Oben angezeigt. Diese Liebe wird sichtbar durch Tod und Auferstehung Jesu im Zeichen des Kreuzes mitten in unserer Welt. Die unteren Strahlen sollen den Hl. Geist abbilden, der alles durchdringt.

Bei der Betrachtung dieses Symbols lassen sich noch weitere Dimensionen unserer Beziehung zu Gott entdecken. Die Mitte des Kreuzes, auf die sich Strahlen und Geist zuordnen, kann auch die Mitte jeder menschlichen Person darstellen.

Die Gebete unserer Gottesdienste enden häufig mit dem Lobpreis oder der Anrufung des dreifaltigen Gottes. Unser christliches Leben können wir mit dem einfachen Gebet des Kreuzzeichens immer neu mit unserem dreifaltigen Gott in Beziehung bringen. Das wir so immer tiefer in diese Beziehung eintreten und wachsen ist mein Wunsch.

Sr. Theresia Kaschowitz