28. November 2015

Prozess WGRG – Anklam und Wolgast wollen doch zusammenbleiben

Nachdem im Sommer 2015 die Zeichen aus den Gemeinden Anklam und Wolgast auf Trennung standen, entschieden sich die zuständigen Gremien KV und PGR in einer Abstimmung Ende September doch für eine weitere gemeinsame Zukunft. Die vom PGR unserer Gemeinde St. Joseph abgegebene Absichtserklärung eines gemeinsamen pastoralen Raums mit Wolgast (ohne Anklam) und Usedom bleibt zwar bestehen, ist aber de facto ohne Wirkung. Als neuen Vorschlag für einen gemeinsamen Raum berät die AG intern nun die Möglichkeiten und Chancen des Raumes Greifswald – Wolgast/Anklam – Usedom. Aus Sicht der AG muss die neue Perspektive nach der Wahl des neuen PGR mit der Gemeinde und den Gremien diskutiert werden.

Der Prozess WGRG läuft nun schon einige Jahre; er wurde im Advent 2012 noch von Erzbischof Woelki angestoßen. Nun nähert sich der Zeitpunkt (Mitte 2016), an dem die endgültigen Voten von den Gemeinden abgegeben werden sollen. In der Gemeinde St. Joseph fand sich Anfang 2014 eine Arbeitsgruppe für diese Aufgabe zusammen. Von Anfang an wurden Gespräche mit den benachbarten Gemeinden bzw. mit Vertretern und Vertreterinnen der einzelnen Gremien geführt. Auf einer gemeinsamen Klausurtagung im April 2015 in Zinnowitz zeichneten sich drei pastorale Räume im Dekanat ab: Stralsund – Demmin – Rügen; Greifswald – Wolgast – Usedom; Anklam – Hoppenwalde – Pasewalk. Nachdem dieser Lösung durch die Gemeinde Greifswald in einem Stimmungsbild eine hohe Akzeptanz bescheinigt wurde, reichten PGR und KV schon vor der Sommerpause eine entsprechende Absichtserklärung in Berlin ein.

Auch für den Raum Stralsund – Demmin – Rügen, obwohl als extrem groß empfunden, fand sich in den Gemeinden genug Zustimmung, so dass das gemeinsame Votum für diesen Raum schon im September dieses Jahres in Berlin eingereicht werden konnte.

Im Gegensatz zu einer Absichtserklärung, die von einer Gemeinde allein nach Berlin geschickt werden kann, ist ein Votum deutlich verbindlicher. Es drückt die gemeinsame Entscheidung aller beteiligten Gemeinden aus und kann nur mit den Unterschriften aller PGR´s und KV´s abgegeben werden.

Im Süden des Dekanats herrscht dagegen weniger Klarheit. Auf der Klausurtagung, für die dekanatsweit eingeladen wurde, waren die Gemeinden Anklam und Hoppenwalde deutlich unterrepräsentiert und Pasewalk überhaupt nicht vertreten. Der Prozess scheint in diesen Gemeinden sowohl auf unterschiedliche Art als auch in unterschiedlichem Tempo geführt zu werden. Außer einem vor noch nicht allzu langer Zeit erschienen Zeitungsartikel, in dem sich Pfarrer Mazur für einen pastoralen Raum über die Landesgrenze hinweg nach Süden ausspricht, ist öffentlich nichts über den Ablauf des Prozesses in Pasewalk bekannt.

Es zeigt sich nun, dass die zum Verabschieden eines Votums für den pastoralen Raum Greifswald – Wolgast – Usedom notwendige Trennung von Wolgast und Anklam nicht zustande kommt. Die Anklamer Gemeinde hat sich nach einer eindeutig ausgefallenen Gemeindebefragung für einen pastoralen Raum mit Greifswald ausgesprochen. Anklam hat zusammen mit Wolgast (zu Anklam dazugehörend) am 17.11.2015 die Absichtserklärung unterzeichnet, einen pastoralen Raum mit Usedom und Greifswald bilden zu wollen.

Für Greifswald haben sich mit dieser Entwicklung und dem verbindlichen Votum von Stralsund – Demmin – Rügen die Handlungsoptionen deutlich eingeengt. Die Zeichen stehen jetzt in Greifswald auf Bildung eines größeren pastoralen Raumes zusammen mit der Gemeinde Anklam (mit Wolgast) und der Gemeinde Usedom. Anfängliche Überlegungen zur pastoralen Arbeit und einem pastoralen Konzept haben der AG in Greifswald bereits deutlich gezeigt, dass die Seelsorge in einem größeren als ursprünglich gedachten Raum möglicherweise noch umzusetzen sein wird. Allerdings darf der Greifswalder Raum nicht noch größer werden. Die oben beschriebene Aufteilung ergibt dann einen weiteren, vergleichsweise kleineren, dritten Raum, bestehend aus den Gemeinden Hoppenwalde und Pasewalk. Unserer Beurteilung nach ist eine Drei-Raum-Lösung für unser ehemaliges Dekanat unbedingt notwendig, auch wenn der dritte Raum deutlich kleiner ausfällt als die anderen beiden Räume.

Sollte sich durch die weitere Entwicklung im Dekanat die Drei-Raum-Lösung dennoch nicht mehr umsetzen lassen, plädieren wir dafür, die Situation der Gemeinden und unsere Bedenken zur Realisierung der pastoralen Räume in unserem Dekanat mit Erzbischof Koch zu diskutieren. Unser Anliegen in allen diesen strukturellen Überlegungen ist es, das Wesentliche nicht aus dem Auge zu verlieren, d.h. die pastorale Arbeit in unserer Kirche, unserer Gemeinde und unserem Raum. Nach einer Neuordnung unseres Dekanates werden die Herausforderungen und Aufgaben nicht weniger werden. Diese müssen wir mit unseren Gemeinden und Nachbarräumen transparent und in guter Abstimmung angehen, das betrifft vor allem übergemeindliche pastorale Aufgaben. Dafür wird es einer regen Kommunikation mit effektivem Austausch untereinander bedürfen, um unsere Kirche hier in der Diaspora lebendig und offen für Jung und Alt zu gestalten.

Für Ihre Vorschläge, Überlegungen und Anregungen und natürlich auch für Ihre Fragen stehen wir immer zur Verfügung. Bitte nutzen Sie die bekannten Kanäle über unseren Briefkasten, unsere Email-Adresse wgrg@kath-kirche-greifswald.de oder sprechen Sie uns persönlich an.

Ihre AG WGRG, Greifswald

 

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