Juli 2017

01. Juli 2017

Türen

In meinem Haus da schlafe ich da esse ich da wohne ich
Und wenn ich will dann öffne ich die Tür und lad dich ein.
In meinem Haus da schlafe ich da esse ich da wohne ich
Und wenn ich will dann schließe ich die Tür und bin allein.
(Verfasser unbekannt)

Türen trennen zwischen Bereichen außen und innen. Neben Schutz und Kontrolle machen sie in ihrer Gestaltung auch Individualität sichtbar. Bei einem aufmerksamen Spaziergang kann man so manches entdecken. Da sagen Jahreszahlen etwas über das Alter des Hauses, Bemalung, Sprüche offenbaren Gedankengut und Glaube der Bewohner. Selbst die Anonymität der Hochhäuser wird durch Türschmuck oder Gestaltung von Namensschildern etwas gemildert.

Es ist interessant auf solch liebevolle Details zu achten. Die unterschiedlichen Bezeichnungen für Türen, wie Tor, Portal oder Pforte sagen ebenfalls etwas über Art und Bedeutung der Gebäude aus. Nehmen wir die Gartenpforte. Sie trennt zwei Bereiche unseres Lebens, den Alltag und die Erholung in der Begegnung mit der Natur. Der Begriff Pforte findet sich auch in der Bibel. Da steht sie für die Trennung zwischen Paradies und Welt, einem entscheidenden Drinnen und Draußen. Viele Lieder besingen die Sehnsucht nach Öffnung dieser Pforte, nach Einlass in den Raum Gottes.

Auch die sinnbildliche Bedeutung der „Tür“ ist uns vertraut. Da öffnet sich eine Tür zu neuen Möglichkeiten. Ebenso können Begegnungen zur Tür werden.

Jesus sagt von sich: “Ich bin die Tür“. Das ist Verheißung.

Kirchentüren haben eine doppelte Funktion. Die meist zweiflüglig ausgestatteten Türen wollen die Einladung unterstreichen, einen Raum zu betreten, der Himmel und Erde verbindet. Sie laden in einen Raum ein, der Ruhe und Besinnung vermitteln und Begegnung mit Gott schenken möchte. Wenn Sie als Erholungssuchende in den kommenden Wochen immer mal wieder eine Kirchentür durchschreiten, wünsche ich Ihnen die Erfahrung der Erholung der Seele, die körperliche Erholung erst wirksam werden lässt.

In diesem Sinne erholsame und schöne Ferien.

Sr. Theresia Kaschowitz