20. Dezember 2018

Umfangreiche Ehrung eines pommerschen Märtyrers

Portät Pfarrer Wachsmann
Pfr. Dr. Alfons Maria Wachsmann

Umfangreiche Biografie zum 75. Todestag von Pfarrer Alfons Maria Wachsmann erschienen / Zahlreiche Veranstaltungen würdigen antifaschistischen Widerstandskämpfer

Am 21. Februar 1944 starb der katholische Geistliche, Pfarrer, antifaschistischer Widerstandskämpfer und Märtyrer der Katholischen Kirchgemeinde Greifswald, Pfarrer Dr. Alfons Maria Wachsmann (1896-1944), unter dem Fallbeil der Nationalsozialisten im damaligen Zuchthaus Brandenburg-Görden. Aufgrund seines kompromisslosen Kampfes gegen die Nazibarbarei wurde Pfarrer Wachsmann wenig später vom Vatikan als Blutzeuge in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.

2019 wird sein 75. Todestag mit einer Reihe geistlicher und wissenschaftlichen Veranstaltungen gewürdigt. Unter anderem findet am 25.1.2019 unter dem Thema: „Alfons Maria Wachsmann – Theologe, Seelsorger, Glaubenszeuge“ im Krupp-Kolleg eine wissenschaftliche Tagung zu Leben und Werk des antifaschistischen Widerstandskämpfers und Märtyrer statt. Es werden zudem am 21.2.2019 zahlreiche geistliche Veranstaltungen der Propsteigemeinde St. Josef zur Würdigung des langjährigen Gemeindepfarrers, wie eine Gedenkveranstaltung an der Pfarrer-Wachsmann-Büste in der Rubenowstraße, die Eröffnung des Pfarrer-Wachsmann-Archivs im Pfarrer-Wachsmann-Haus, in der Bahnhofstraße, etc. stattfinden.

Im Vorfeld des Gedenkjubiläum erschien dieser Tage unter dem Titel „Am Ende ist das Licht“, herausgegeben vom Verlag „Edition Pommern“, Elmenhorst, eine umfangreiche romanhafte Beschreibung der Lebensumstände der Greifswalder Zeit (1929-1944) von Pfarrer-Wachsmann. Illustriert mit zahlreichen historischen Fotos, sowie Auszügen aus Originaltexten, wurde in der Publikation ein ergreifendes Bild des fast vergessenen antifaschistischen Widerstandskampfes katholischer Geistliche, während der Nazi-Diktatur im Nordosten des Deutschen Reiches, nachgezeichnet. Eine von den Nazis initiierte Spionageaktion, der sogenannte „Fall Stettin“, brachte Pfarrer Wachsmann schließlich in das Fadenkreuz der Nazi-Henker, womit eine beispiellose Odyssee durch die Nazigefängnisse begann. Zuvor hatte der Geistliche schon, laut Anklageschrift, „über 50 Mal bei offenem Fenster“ laut den englischen Feindsender BBC London gehört und seine Studenten während der „Mittwoch-Gespräche“ gegen die faschistische Barbarei aufgeklärt.

Pfarrer Wachsmann wurde zu DDR-Zeiten als antifaschistischer Widerstandskämpfer hoch geehrt. Die frühere Greifswalder Linkstraße wurde nach dem Krieg in Pfarrer-Wachsmann-Straße umbenannt, ebenso eine Straße in Zinnowitz und 1984 eine Büste, samt kleiner Parkanlage, neben der Wallbrücke in der Rubenowstraße enthüllt. 1985 fand, anläßlich der Umbettung seiner sterblichen Überreste vom Alten Friedhof auf den Kirchhof der St. Josef Kirche, unter Anteilnahme von Vertretern der Partei- und Staatsführung der Bezirksleitung der SED, ein feierliches Pontifikalrequiem durch Joachim Kardinal Meisner in der Josephskirche statt.

Die Biografie enthält alle nötigen Daten zum Leben des Märtyrers sowie einen umfangreichen Anfang mit Interviews, Zeitzeugenberichte, Anekdotensammlung und Begriffserklärung.

Sie ist in den Buchhandlungen zum Preis von 17.95 Euro erhältlich.

Am Freitag, 18. Januar 2019, findet zudem in der Kunsthalle „Pommernhus“ um 19 Uhr eine Lesung mit Buchvorstellung und Verkauf statt.

Text: pm/hjs.

Foto: Archiv Kirchgemeinde St. Josef

 
 
 
 

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