27. April 2013

Haben Sie gehört ...

… dass Gemshorn, Pommer und Dulzflöte wieder klingen?

In den Wochen vor Ostern wurde unsere Orgel einer gründlichen Renovierung unterzogen. Dies war eine turnusmäßige Wartung des erst 27 Jahre alten Instruments. Alle 1128 Pfeifen wurden demontiert und von Staub und Ablagerungen befreit. Das gesamte Orgelgehäuse wurde gereinigt, kleine Reparaturen vorgenommen und vorhandene Schimmelspuren gründlich untersucht und beseitigt. Die Befürchtung eines größeren Schadens durch Schimmelbefall – wie er aktuell in vielen Kirchen der Region diskutiert wird – erwies sich glücklicherweise als unbegründet. Nach dem Wiedereinbau der Pfeifen wurden alle 17 Register der Orgel neu intoniert, d.h. jeder Pfeifenton gestimmt, ihr Zusammenklang untereinander und auf die Raumakustik unserer Kirche abgestimmt – eine zeitaufwändige und anspruchsvolle Arbeit. Die Orgelbauer der Dresdner Firma Jehmlich waren mit Sachkenntnis, Akribie und Spaß bei der Sache und konnten die Arbeiten sogar eher abschließen als geplant.

Inklusive der Malerarbeiten in der Orgelnische liegen die Gesamtkosten mit 20.246,62 € daher auch deutlich unter den veranschlagten 29.000 €. Mehr als ein Fünftel der Kosten wird durch Ihre reichlich eingegangenen Spenden gedeckt: bis Redaktionsschluss waren das 4.498 € - also die Kosten für 251 der 1128 Pfeifen (wenn diese fiktive Umrechnung erlaubt ist).

Unsere Organistin Ellinor Muth hat die Arbeiten an „ihrem“ Instrument natürlich mit besonderem Interesse verfolgt und ist sehr zufrieden mit dem Werk der Orgelbauer. Nach ihrer Aussage harmonieren die Register jetzt sogar noch besser als vorher.

Am 14. April waren Interessierte nach dem Gottesdienst zu einer Orgelführung eingeladen. Frau Muth erläuterte die verschiedenen Bauarten der Orgelpfeifen: Holz- und Metallpfeifen, Lippen- und Zungenpfeifen, offene und „gedackte“ (geschlossene) Pfeifen. Sie ließ ihren registertypischen Klang hören und demonstrierte, dass manche Register erst im Zusammenspiel mit anderen klingen und wie das Mitklingen von Obertönen das Klangbild vervollständigt. Dass die unterschiedliche Registrierung die Stimmung eines Musikstückes beeinflusst, hören auch die Ohren musikalischer Laien, doch so manches Detail ließ die Zuhörer aufmerken. Höhepunkt der Führung war die Begehung des Orgelraumes im Hauptwerk, um die Tonerzeugung „live“ zu erleben: wie über lange, genau justierte Hebel (die Abstrakten) der Tastendruck zum Ventil der Pfeifen geführt wird.

Danke an Frau Muth für die mit sichtbarer Begeisterung vorgetragenen Einblicke in die Funktionsweise unserer Orgel. Und Dank an alle, denen der Wohlklang dieses Instrumentes im Gottesdienst und bei Konzerten am Herzen liegt und die dies mit ihrer Spende besonders gezeigt haben. Eine ausführliche Gelegenheit, die Stimmenvielfalt unserer Orgel zu erleben, wird es bei einem Benefizkonzert mit Orgel- und Chormusik am Sonnabend, dem 15. Juni 2013 um 17 Uhr geben. Vielleicht hören Sie ja ganz neue, bisher überhörte Klänge?

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