Lebensraum für Fledermäuse

NABU-Plakette: Lebensraum Kirchturm

Lebensraum KirchturmDie Begehung vor Beginn der Bauarbeiten ergab, dass Fledermäuse den Raum unter unserem Kirchdach als Ruheplatz und Schutz vor Witterungseinflüssen nutzen. Durch die jetzt vollständige Verschalung des Daches wären Nischen und Hangplätze verloren gegangen, Einfluglöcher verschlossen worden. Fledermäuse sind streng geschützt. Deshalb war es uns wichtig, ihren vorhandenen Lebensraum in unserem Dach zu erhalten - und möglicherweise sogar "komfortabler" zu gestalten und so einen Beitrag zur Arterhaltung zu leisten.

Zusammen mit Mitgliedern des Naturschutz­bundes Deutschland e.V. (NABU) und einer Fachfirma wurden artgerechte Dacheinbauten geplant und Spaltenquartiere im Pfetten- und Sparrendach unter dem First eingebaut. Sie sind als doppelwandiges Versteck aus unbehandeltem Holz konstruiert. Der Spalt verjüngt sich von unten 4,5 cm nach oben auf 2,4 cm. Die Fledermäuse nutzen das unterste Brett als Landefläche und kriechen von unten in die Spalte.

Für den Einflug der Fledermäuse wurde eines der Dachfenster umgebaut. Es erhielt einen schmalen Durchflug, der nur für Fledermäuse passierbar ist, nicht aber für Tauben oder andere Vögel.

Nachtrag: Begehung im November 2014

Das 'Braune Langohr' ist bei uns zu Gast

Der Dipl. Landschaftsökologe Jens Berg hat Anfang November eine kurze Kontrollbegehung gemacht.

Am Landebrett des Fensters hat er Fledermauskot, im Dachraum einen Fraßplatz und an einzelnen Stellen weitere Fledermauspuren gefunden. Die Spaltenkästen sind aktuell nicht genutzt.
Er schreibt:

"Die Funde belegen, dass das Dach nach der Sanierung wieder vom Braunen Langohr (Plecotus auritus) genutzt wird und dass das umgebaute Dachflächenfenster funktioniert.
Braune Langohren sind Erstbesiedler. Man kann also hoffen, dass das Dach in ein paar Jahren auch von anderen Fledermausarten entdeckt wird ... "

Das hoffen wir auch und freuen uns über diesen schönen Erfolg.